Der offene, dezentrale Bus-Standard der Raumautomation — von Telegramm und Topologie bis zur Adressierung mit physikalischen & Gruppenadressen. Mit Diagrammen und interaktivem Mini-Test.
KNX ist ein offener Standard für die Gebäudeautomation im Wohn- und Zweckbau. Die Produktzertifizierung durch die KNX Association garantiert Interoperabilität & Kommunikationsfähigkeit zwischen Geräten verschiedener Hersteller.
Der zentrale Charakterzug von KNX: Es gibt keinen Master. Die Intelligenz ist gleichmässig über alle Teilnehmer verteilt — jeder Teilnehmer hat einen eigenen Mikroprozessor. Controller sind möglich, aber meist nicht nötig.
Ein Sender (z.B. Sensor) schickt ein Telegramm auf den Bus. Jedes Telegramm wird von sämtlichen Teilnehmern empfangen — aber nur die mit der passenden Gruppenadresse reagieren. Die Funktion jedes Teilnehmers bestimmt die Programmierung.
KNX trennt Kommunikation und Energie: Der Bus (Kleinspannung) und die Last-Stromversorgung (230 V / 400 V) laufen in zwei getrennten Netzen.
KNX kennt mehrere Übertragungsmedien. Der Klassiker ist TP; IP dient als schneller Backbone.
| Option | Prinzip | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|
| KNX TP Twisted Pair | Zweidraht, 9'600 bit/s, ~24 V | billig, einfache Installation, weit verbreitet | langsam |
| KNX PL Power Line | Trägerfrequenz übers Stromnetz, 1'200 bit/s | nutzt Stromnetz, keine extra Leitung | sehr langsam, nicht mit jedem Netz |
| KNX RF Radio Frequency | Funk, 16,4 kbit/s/Kanal, 868,3 MHz | drahtlos | Interferenzen, keine Fernspeisung, selten |
| KNX IP Internet Protocol | über UDP, Datenrate je nach Ethernet | schnell, nutzt IP-Infrastruktur (Backbone) | höherer Stromverbrauch, teurer |
Ein KNX-Telegramm besteht aus festen Feldern. Du solltest die Felder und ihre Funktion kennen.
| Feld | Grösse | Funktion |
|---|---|---|
| Kontrollfeld | 1 Byte | Priorität (System / Alarm / hoch / niedrig); Wiederholung ja/nein |
| Absenderadresse | 2 Byte | immer physikalische Adresse (Bereich.Linie.Teilnehmer) |
| Zieladresse | 2 Byte | physikalische oder Gruppenadresse |
| DAF | 1 Bit | Einzel- oder Gruppen-Telegramm |
| Routingzähler | 3 Bit | bestimmt, wie weit das Telegramm verteilt wird |
| Nutzdatenlänge | 4 Bit | Länge = Wert + 1 |
| Nutzdaten | 2–16 Byte | Schalten, Dimmen, Zeit … |
| Prüffeld (BCC) | 1 Byte | Blockparitätsprüfung (Fehlererkennung) |
KNX ist hierarchisch in Bereiche → Linien → Teilnehmer gegliedert, verbunden über Koppler.
Das prüfungswichtigste Thema: KNX kennt zwei Adresstypen mit völlig unterschiedlichem Zweck.
Erweiterung für die Integration ins Internet der Dinge: Anbindung an Cloud-Dienste, mobile Apps und andere IoT-Plattformen. Übertragung u.a. über Thread-Netzwerke möglich.
Sicherheitserweiterung gegen unbefugten Zugriff & Manipulation: Authentifizierung, Verschlüsselung, Schutz vor Replay-Angriffen, Schlüsselmanagement.
Beispiel Bürogebäude (UG–OG4, ~100 Teilnehmer/Stockwerk, Gewerke Wärme/Lüftung/Beleuchtung/Sonnenschutz). So denkst du ein sinnvolles Adressierungsschema durch.
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